
Performance
„might roses be your bed" knüpft
an eine Performance an, die Gürtler 1984 im Kasseler Kunstverein aufgeführt
hat. Gürtler hatte sich in einer aufrecht stehenden, geschlitzten Kiste
rastlos um die eigene Achse gedreht, immer an die Begrenzung des Kastens
stoßend, auf dem ein Sänger saß und Lieder aus Schuberts
„Winterreise“ vortrug. „Reise“ ist das Hauptthema in den Arbeiten des Künstlers:
„Leben als Reise mit verschiedenen, auch zeitlich aufeinander folgenden
Wegstrecken zu begreifen, gibt unserer Existenz einen Rahmen, der über
das Erleben des Moments hinaus geht. Die Vorstellung, dass Rosen unser letztes
Bett seien, mag uns auf dieser Reise als süße Hoffnung begleiten“,
so der Künstler selbst über seine Arbeiten.
Im Kunstvereinsheim wird die Reise entlang eines Tisches führen, auf dem eine veränderte Seekarte ausgebreitet liegt. Der Besucher reist fiktiv entlang der Kykladen, wo mehrere Stationen angefahren werden, an denen er sich mit Süßspeisen wie Sandkuchenburgen oder Marzipandelphine für den Rest der Fahrt stärken kann. Die Reise wird musikalisch von einem Musiksample der Münchner Künstler und Musiker Martin M. Kreijci und Sebastian Giussani begleitet. Der Sample beruht auf Aufnahmen von Mercan Dede, Delphine, Stranglers, Karlheinz Stockhausen, Tom Waits und anderen.
Christian Gürtler, geboren 1954 in Wolnzach, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Horst Sauerbruch und Prof. Gerd Dengler. Christian Gürtler lebt und arbeitet in München.