
Performative Installation
Durch kleine Interventionen schafft Stefan Wischnewski aus vertrauten Gegenständen, Situationen oder Räumen Kunstwerke, die sich humorvoll zwischen Ironie und Sehnsucht bewegen. Besondere Aufmerksamkeit schenkt er dabei der Freizeitkultur: "Paradise Lost" (2005) ist beispielsweise ein mobiles Gewächshaus. Die Arbeit "Segler" (2006) wird aus Dialeinwänden in Rahsegelform gebildet worauf Projektorlicht einen Sonnenuntergang simuliert oder einem Koffertrolly, der transformiert und aufgefächert, wie ein naturhistorisches Lebewesen im Naturkundemuseum erscheint. Wahlweise für Links- und Rechtshänder übersetzte Wischnewski den "Green Thumb" (2005) in ein tragbares Objekt aus Gartenhandschuh mit Handgelenkbandage um oder nähte aus diversen Handschuhen verschiedene "Architekturmodelle"(2006) die durch Bauwerke des Architekten Frei Otto inspiriert sind.
Für das temporäre Kunstvereinsheim inszeniert der Künstler die aus dem 19. Jahrhundert stammende Mode des "Tableaux vivant". Dabei setzt er seine temporäre Installation mit mobiler Plastik und Cheerleadern in ein lebendiges Bild um und definiert dies als "Gegenständliche Objektkunst mit Ereignischarakter". Das Kunstvereinsheim dient ihm dabei als Ausstellungsbühne, die durch flüchtige Interventionen innerhalb der räumlichen Grenze zwischen Werk und Betrachter zu einer Vereinsparzelle abstrahiert wird.
Stefan Wischnewski,1974 in Neumünster geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Valand School of Fine Art, Göteborg. Stefan Wischnewski lebt und arbeitet in München.