

Installation
Stolzen Pathos und dekadent vorgetragenen Mief feudaler Zeiten strahlen die Skulpturen und Performances von Alexander Koschkarow aus. Aufwendig und präzise schafft er eine erhabene Stimmung, die dann plötzlich bricht und sich ins Gegenteil verkehrt. So steht man vor einem über drei Meter hohen, aus dunklem edlem Holz gearbeiteten Vitrinenschrank (2002), der seltene Teile einer Wunderkammer präsentiert, die zum genauen Betrachten einladen. Plötzlich neigt sich der Schrank und lässt das ganze Inventar auf die Seite rutschen. Selbst die Regelmäßigkeit dieses Vorganges beruhigt da wenig. Ähnlich hintergründig sind andere Möbelstücke, etwa "Beutekunst" (2005), ein Tisch, der zunächst an ein marmornes römisches Fundstück erinnern mag, sich dann aber als pornografisches Meisterwerk entpuppt, das das selbstherrliche Potenzgehabe seiner (neuen) Besitzer verspottet. Dieses Umkippen von Faszination in Irritation, von orgiastischer Selbstentäußerung in absurde Popanz kennzeichnete schon seine "Tortenschlacht" (2000): 20 vornehm gekleidete Männer greifen zu den ornamental auf runden Tischen aufgereihten Sahnetorten, beginnen sich damit gegenseitig und dann auch die gesamte Bühne zu bewerfen, bis sie völlig erschöpft sind. Koschkarows Arbeiten sind (auch materiell) Fakes aber sie simulieren nicht.
Für das Kunstvereinsheim wird Alexej Koschkarow eine neue Performance entwickeln.
Alexej Koschkarow, 1972 in Minsk/Russland, geboren, studierte Freie Kunst an der Akademie der bildenden Künste Düsseldorf. Er lebt und arbeitet in Berlin.