Kasseler KunstVereinsHeim - Programm Juni - Mariechen Danz

Freitag, 22. Juni 2007, 20 Uhr

Mariechen Danz (D/USA)

"Gospel of Bully"

Performance

Auszudrücken, was nicht sagbar, nicht erklärbar ist, und daraus Kräfte zu ziehen, die Welt zu verstehen, das Überleben und die Gemeinschaft zu organisieren, waren die Wurzeln früher Kulturen. An diese im wörtlichen Sinne bildnerischen Kräfte knüpft Mariechen Danz an, wenn sie in assoziativen Zeichnungen Köpfe, Masken, Szenarien, Topografien und Partituren entwickelt, sich Ritualwerkzeuge und Requisiten baut, bemalte Kostüme und Wandbehänge und schließlich ganze Räume. In rituellen, gleichsam religiösen Choreografien und Gesängen verdichtet sie all diese Arbeiten zu bühnenhaften Performances. Sie handeln von Körperlichkeit und religiöser Erleuchtung, von Innenwelten, die sie nach außen wendet. Dadurch bleiben ihre Performances ambivalent und gehen nicht in sektenhaften Gottesdienst auf, sondern bilden Metaphern für die Hilflosigkeit gegenüber dem Unsagbaren.
Mariechen Danz, lässt sich für ihre Performance im Kunstvereinsheim von dem Kontrast der zeitgenössischen Alltagskultur in Amerika und den Ausdrucksformen der europäischen Kunstgeschichte (z. B. Manierismus, mittelalterliche Kirchenarchitektur, gotische Plastik), provozieren. Dem wird sie im spielerischen Umgang eine Bühne geben.

(mit Antje Engelmann, Klaus Ostermann und Walter Weiss, Musik von Bodi Bill und Mariechen Danz)

Mariechen Danz, geboren 1980 in Dublin, studierte Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin und audio-visuelle Medien an der Rietveld Academie Amsterdam und war Meisterschülerin bei Prof. Leiko Ikemura. Zurzeit macht sie ihren Master of Fine Arts für Art & Integrated Media am California Institute of the Arts, Los Angeles.

Kurator: Bernhard Balkenhol
Danz Danz
Mariechen Danz, "Gospel of Bully", Performance, Kasseler Kunstvereinsheim, 2007, Fotos: Sven Heine
english version