
Performance
Auszudrücken, was nicht sagbar,
nicht erklärbar ist, und daraus Kräfte zu ziehen, die Welt zu
verstehen, das Überleben und die Gemeinschaft zu organisieren, waren
die Wurzeln früher Kulturen. An diese im wörtlichen Sinne bildnerischen
Kräfte knüpft Mariechen Danz an, wenn sie in assoziativen Zeichnungen
Köpfe, Masken, Szenarien, Topografien und Partituren entwickelt, sich
Ritualwerkzeuge und Requisiten baut, bemalte Kostüme und Wandbehänge
und schließlich ganze Räume. In rituellen, gleichsam religiösen
Choreografien und Gesängen verdichtet sie all diese Arbeiten zu bühnenhaften
Performances. Sie handeln von Körperlichkeit und religiöser Erleuchtung,
von Innenwelten, die sie nach außen wendet. Dadurch bleiben ihre Performances
ambivalent und gehen nicht in sektenhaften Gottesdienst auf, sondern bilden
Metaphern für die Hilflosigkeit gegenüber dem Unsagbaren.
Mariechen Danz, lässt sich für ihre Performance im Kunstvereinsheim
von dem Kontrast der zeitgenössischen Alltagskultur in Amerika und
den Ausdrucksformen der europäischen Kunstgeschichte (z. B. Manierismus,
mittelalterliche Kirchenarchitektur, gotische Plastik), provozieren. Dem
wird sie im spielerischen Umgang eine Bühne geben.
(mit Antje Engelmann, Klaus Ostermann und Walter Weiss, Musik von Bodi Bill und Mariechen Danz)
Mariechen Danz, geboren 1980 in Dublin, studierte Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin und audio-visuelle Medien an der Rietveld Academie Amsterdam und war Meisterschülerin bei Prof. Leiko Ikemura. Zurzeit macht sie ihren Master of Fine Arts für Art & Integrated Media am California Institute of the Arts, Los Angeles.
