
Performativer Vortrag
„Zeit“ und „Raum“ sind die übergeordneten Themen in den Performances und Performance-Installationen der chinesischen Künstlerin Yingmei Duan. Sie gehört zur chinesischen Avantgarde, die sich in den 90er Jahren in der Künstlerkolonie East Village in Beijing positionierte und wirkte bei der berühmt gewordenen Performance „To add one meter to an anonymous mountain“, (1995) mit, die auch in der großen Retrospektive über moderne chinesische Kunst in der Hamburger Kunsthalle gezeigt wurde.
Häufig ist sie in ihren Performances als Schlafende oder Träumende zu sehen. So auch in ihrer Arbeit „Paradise“. In einem Raum ist ein Bett, ein Nachttisch mit einem Glas und eine Nachttischlampe aufgestellt. Alle Gegenstände, der Fußboden und auch Duan selbst, die träumend auf dem Bett liegt, sind mit chinesischem Reispapier bedeckt. Die Intention der Künstlerin ist es, die Atmosphäre des Raums zu verwandeln. Der Besucher darf in die melancholische Welt der Künstlerin eindringen und sich mit seinen eigenen Wunsch- aber auch Angstvorstellungen auseinander setzen, um zu einem interaktiven Bestandteil der Installation zu werden.
Für das Kunstvereinsheim wird sie eine neue Performance entwickeln.
Yingmei Duan, 1969 in Daqing, China geboren, studierte zunächst „Petrolium Exploration“ und arbeitete von 1993-98 als freie Künstlerin in der Künstlerkolonie East Village in Beijing. 1998 kam sie nach Deutschland und studierte Performance/Film an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Marina Abramovic, Birgit Hein, Christoph Schlingensief und Michihiro Shimabuku. 2006 schloss sie ihr Studium als Meisterschülerin ab. Yingmei Duan lebt und arbeitet in Braunschweig.